Hier veröffentlchen wir Zeitungsberichte, die über uns erschienen sind. Den jeweiligen Originalbericht finden Sie am Ende des Artikels als Download.

Bietigheimer Zeitung berichtet über Familie Schneider
Zeitungsbericht vom 27.5.2011

Aktuell: Ehec-Erreger - wir setzen auf die Region

Lecker und garantiert unbedenklich: Zur Eröffnung des Obst- und Gemüseladens Schneider in Freudental gab es Gemüse aus dem Wok. Foto: Martin Kalb

Obst- und Gemüseladen in Freudental eröffnet: Das sagen Kunden und Betreiber
Der lebensgefährliche Ehec-Erreger breitet sich über Deutschland aus. Schuld sind offenbar spanische Salatgurken. Ausgerechnet an dem Tag, an dem der Skandal richtig hochkocht, eröffnen Regina und Dietmar Schneider einen Gemüseladen.

Anlässlich der Eröffnung ihrer neuen Geschäftsräume im Gewerbegebiet Freudental offerierten Regina und Dietmar Schneider ihren Kunden gestern Gemüse aus dem Wok. Das Erhitzen des Gemüses war allerdings nicht falsch zu verstehen und sollte keine Vorsichtmaßnahme gegen den als Killervirus bezeichneten Ehec-Erreger sein. Es ging um Kundenbindung am Eröffnungstag. "Das Wokgericht zur Eröffnung hatten wir schon längst geplant, bevor die jetzigen Ereignisse bekannt wurden", versicherte Regina Schneider.

Aber ließ sich die Kundschaft damit auch locken? Vielen Deutschen ist die Lust auf Gemüse kräftig verhagelt worden, nachdem es erste Todesfälle durch den Ehec-Erreger gegeben hat. Zwar ist seit gestern klar, dass offenbar spanische Salatgurken den lebensgefährlichen Erreger "eingeschleppt" haben, viele Verbraucher allerdings gehen auf Nummer sicher und meiden Gemüse - zumal, wenn deren Herkunft zweifelhaft ist.

Genau das kann im Freudentaler Gewerbegebiet nicht passieren. Die Schneiders setzen auf Vertrauen. Zu ihren Kunden gehören bewusste Esser und Einkäufer, die der Geiz-ist-geil-Mentalität nicht viel abgewinnen können. Sie besorgen sich ihr Obst und Gemüse dort, wo es Produkte aus der heimischen Region gibt. Sie essen auch in Zeiten der gefürchteten Durchfall-Krankheit noch weiterhin Rohkost und Salat - nicht nur Gekochtes.

"Wir beziehen unser Gemüse schon seit vielen Jahren von Anbaubetrieben aus der Umgebung und vertrauen auf deren Qualität", bemerkt Dietmar Schneider und deutet dabei auf die ästhetisch einwandfrei präsentierten Gurken, Tomaten und Paprikas in seinem neuen Verkaufsraum. Die Schneiders hatten bereits in ihrem Wohnort Hohenhaslach einen Obst- und Gemüseladen. Kürzlich haben sie ihren neuen Hofladen in Holzbauweise im Freudentaler Gewerbegebiet bezogen, der in viermonatiger Bauzeit entstand, der neben Gemüse auch noch andere - kontrollierte - Waren anbietet. In ihrem jetzigen Geschäft in der Bauchaer Straße 3 können sie nun Ware auf 100 Quadratmetern anbieten. "Die Leute sind in den letzten Jahren kritischer geworden. Sie kaufen nicht mehr alles nur im Supermarkt", schildert Schneider gestern das Käuferverhalten aus seiner Sicht. Da hätten die Medien ein wichtiges Stück Aufklärung betrieben. Anfangs habe er in seinem alten Geschäft neben deutschen auch italienische Tomaten verkauft. "Heute kaufen meine Kunden nur noch die hiesigen Tomaten", berichtete der Gemüsehändler.

Die Kunden bestätigten Schneiders Aussagen - auch im Hinblick auf die Ehec-Gefahr. "Wir achten schon immer auf Hygiene und vertrauen nur auf regionale Produkte", sagt eine Kundin. Eine andere betont: "Ich esse lieber unbedenkliches Obst und Gemüse, das von einem hiesigen Erzeuger stammt und bin auch bereit, dafür mehr auszugeben." Nur ein Eröffnungsbesucher vertritt gestern eine gegensätzliche Meinung und kritisierte die "Panikmache" der Medien.

Einer der Haupt-Lieferanten von Regina und Dietmar Schneider ist der in Bissingen ansässige Gemüsebaubetrieb, den Gerhard Kiemle bereits in der vierten Generation betreibt. Von Kiemle bekommen die Schneiders bis zum Dezember verschiedene Blattsalate, Paprika und Tomaten. Auf die aktuellen Ereignisse angesprochen, gibt sich Kiemles Frau Sigrid gelassen. Hierzulande seien die Kontrollen scharf und eine Düngung mit Gülle sei sowieso nicht erlaubt. Und im Winter, wenn es gerade keine Gurken oder Tomaten gäbe, sollten sich die Verbraucher mit dem begnügen, was die Natur gerade hergebe, meint sie.

Redaktion: CHRISTIAN BRINKSCHMIDT

Originalbericht zum Download
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